1938 wurde der Betrieb „arisiert“, die Familie Weiss musste fliehen, die Töchter überlebten in England, Alfred und seine Frau Lucie nach Irrfahrten durch Europa in Rom. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrten sie nach Wien zurück. Aus Italien brachten sie mit, was sie aufblühen sahen: die neue Technik der Espressokaffeezubereitung. Es gelang Weiss, seine Importfirma zurückzubekommen. Der Name Arabia wurde in den Nachkriegsjahrzehnten wieder zu einer der großen Kaffeemarken.
Mit der Gestaltung des Espresso-Cafés beauftragte Weiss den Architekten Oswald Haerdtl, der dieses als Gesamtkunstwerk realisierte. Er erwarb zudem das Palais Auersperg 1953 und machte es – ebenfalls nach Entwürfen Haerdtls – zur Firmenzentrale „Haus Arabia“ und zu einem lebendigen Veranstaltungszentrum. Dank seiner Tatkraft und Unerschrockenheit scheute er nicht, sich den Unzumutbarkeiten und Widersprüchen im Nachkriegsösterreich zu stellen. So verkehrte er mit den Spitzen der Innenpolitik der Zweiten Republik und arbeitete sowohl mit Haerdtl, der während des Krieges auch für die Nationalsozialisten tätig war, als auch mit dem Grafiker Heinrich Sussmann, der Auschwitz überlebt hatte. Sichtbares Zentrum seines Schaffens waren und blieben für viele Jahre das Café und die Marke Arabia.
Das Jüdische Museum Wien, Dorotheergasse 11, 1010 Wien, ist von Sonntag bis Freitag 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der zweite Standort, Museum Judenplatz, Judenplatz 8, 1010 Wien, ist von Sonntag bis Donnerstag von 10 bis 18 Uhr, Freitag 10 bis 14 Uhr (Winterzeit) bzw. 17 Uhr (Sommerzeit) geöffnet.
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